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Die Europäische Union (EU) ist eine sui generis Vereinigung von 28 europäischen Staaten, die die Ausübung bestimmter Kompetenzen an gemeinsame Organe delegieren oder vertraglich übertragen. Sie umfasst eine Fläche von 4.493.7124 km2, hat 505,7 Millionen Einwohner2 und ist die weltweit führende Wirtschaftsmacht5.

Die Europäische Union unterliegt dem Vertrag über die Europäische Union (EUV) und dem Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) in der jeweils gültigen Fassung seit dem 1. Dezember 2009 und dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon. Seine institutionelle Struktur ist teils supranational, teils zwischenstaatlich: Das Europäische Parlament wird in allgemeiner unmittelbarer Wahl gewählt, während der Europäische Rat und der Ministerrat aus Vertretern der Mitgliedstaaten bestehen; die Europäische Kommission wird vom Parlament auf Vorschlag des Europäischen Rates gewählt. Der Gerichtshof ist für die Anwendung des EU-Rechts zuständig.

Die Erklärung des französischen Außenministers Robert Schuman vom 9. Mai 1950 gilt als Gründungstext der europäischen Integration. Auf Anregung politischer Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer, Jean Monnet und Alcide De Gasperi gründeten 1951 sechs Staaten die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Nach dem Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft 1954 wurde 1957 durch den Vertrag von Rom eine Europäische Wirtschaftsgemeinschaft gegründet. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit wurde 1986 durch die Einheitliche Europäische Akte vertieft.

Mit dem Vertrag von Maastricht wurde 1992 eine politische Union namens Europäische Union geschaffen, die die Schaffung einer Wirtschafts- und Währungsunion (Eurozone) mit einer einheitlichen Währung, dem Euro, vorsah. Sie wurde 1999 gegründet und hat bis 2014 achtzehn Staaten. Neue institutionelle Reformen wurden 1997 und 2001 eingeleitet. Nach der Ablehnung des Entwurfs einer europäischen Verfassung wurden die Institutionen 2009 durch den Vertrag von Lissabon erneut reformiert.

Die Gründungsmitglieder der Europäischen Union (1957) sind Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Luxemburg und die Niederlande. Hinzu kamen 1973 drei Mitglieder der Europäischen Freihandelsassoziation: Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich. Mit dem Beitritt Griechenlands 1981 und Spaniens und Portugals 1986 erweitert sich die Union nach Süden. Unterdessen beschloss Grönland 1985, sich durch die Ratifizierung des Grönland-Vertrags zurückzuziehen und hat nun den Status eines assoziierten überseeischen Landes und Territoriums. Mit dem Ende des Kalten Krieges trat der Osten Deutschlands 1990 de facto der Europäischen Union bei (seit der Wiedervereinigung mit dem westdeutschen Teil). Dann, 1995, trat die Europäische Union neutralen Staaten bei: Österreich, Finnland und Schweden und 2004 zehn neuen Staaten, hauptsächlich aus dem Ostblock: Zypern, der Tschechischen Republik, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Malta, Polen, der Slowakei und Slowenien; dann 2007 Bulgarien und Rumänien. Der Beitritt Kroatiens trat am 1. Juli 20136 in Kraft und bestätigt die neun Jahre zuvor begonnene Erweiterung auf dem Balkan.